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Ein „Tag der offenen Tür“ ist den meisten von uns bekannt. Eine öffentliche Einrichtung, eine Firma, ein (neues) Gebäude lädt die Öffentlichkeit (oder einen ausgewählten Kreis) ein und gewährt Einblicke ins Innere. Anschauen, hinschauen, informieren – und bestenfalls weitererzählen, was man nicht alles gesehen und erfahren hat. So läuft das ungefähr.
Warum gehen wir hin? Weil wir Interesse haben, weil wir neugierig sind, weil wir uns informieren wollen, weil wir etwas erfahren wollen und uns inspirieren lassen möchten. Warum werden solche Veranstaltungen gemacht? Weil man den Menschen etwas zeigen will – sei es ein tolles Gebäude, neue Ware – gewissermaßen Einblicke und Ideen, wie man es selbst machen/haben könnte. Es kommen im Regelfall ausschließlich jene, die sich dafür interessieren. Alle anderen schauen nicht vorbei. So weit so gut.
Umgemünzt auf den (von mir eben erfundenen) „Tag der offenen (Herzens-)Tür“ läuft das sehr ähnlich in meinem Kopf. Dieser Tag (oder dieser Zustand) fühlt sich für mich an wie eine Einladung zur Begegnung. Ehrliche Begegnung in einer hektischen und von Mauern geprägten Welt, wo es an der Zeit ist, Schutzschilde abzulegen und uns zu öffnen. Sich zu schützen und Grenzen zu ziehen, ist wichtig – zu viel Schutz und Abschirmung führt in meinen Augen zur Einsamkeit. Sein Herz zu öffnen und Einblicke zu gewähren, ist für mich eine empathische Haltung, die Zuhören (statt Urteilen), Verstehen, Achtsamkeit und Gemeinschaft erfordert und gleichzeitig fördert. Kleine Gesten können oft große Wirkung zeigen.
Und dennoch steht Offenheit oft unter Beschuss. Die Kritik daran rührt oft aus der eigenen Angst vor Verletzung und Enttäuschung. Wie können wir uns dennoch öffnen und mit der Kritik gut umgehen?
Zu differenzieren ist hier meines Erachtens wesentlich. Wer kritisiert und aus welcher Emotion heraus? Manchmal sind die Kritiker:innen verbittert und/oder haben Angst vor unserer Offenheit. Gesunde Grenzen zu ziehen und weise zu entscheiden, wem wir Vertrauen schenken – auch das macht Sinn. Und dennoch können wir versuchen, Kritik als Einladung zur persönlichen Reflexion (die ja bekanntlich nie schadet) sehen – manchmal ein heilsamer Spiegel, der uns unterstützen kann, uns selbst (die richtigen) Fragen zu stellen und ehrliche Antworten zu geben. In allen Fällen dürfen wir uns einen Punkt merken: Lassen wir uns unsere Herzlichkeit keinesfalls ausreden! Nur dadurch können wir echte und tiefe Verbindungen zu unseren Mitmenschen erleben!
Andrea Sulzer, AUS ZEIT LEBEN – Bewegende Seminare & Trainings, auszeitleben.at, andrea@auszeitleben.at
Text: Andrea Sulzer | Foto: Indrich Fotografie
Erschienen in Lifestyle+ Ausgabe 10/2026
Bewegende Seminare & Trainings
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